Selbstbestimmt leben – jeden Tag genießen

Mal ganz ehrlich:

Tust Du eigentlich jeden Tag das was Du liebst?

Tust Du jeden Tag das, was Du willst?
Lebst Du jeden Tag ein Leben, das Du gewählt hast?

Wenn die Antwort auf alle drei Fragen klar „ja““ lautet, dann kannst Du hier aufhören zu lesen und weiter Dein Leben genießen gehen.

Hast Du aber mit den Antworten gezögert, dann könntest Du Dein Leben vermutlich selbstbestimmter gestalten, als es jetzt ist.

Das heißt nicht, dass Du nun alles in Frage und Dein Leben auf den Kopf stellen musst. Das Leben ist kein Wettbewerb darum, wer es am besten meistert. Wir dürfen uns auch fremdbestimmen lassen und tun das beispielsweise bei der Betreuung von kleinen Kindern auch sehr gerne.

Ist der Grad an Fremdbestimmung in unserem Leben aber zu groß, dann fühlen wir uns oft ausgebrannt und als Getriebene des Alltags.

Mehr Selbstbestimmung in unseren Alltag zu integrieren, ist gar allerdings nicht so schwer, wie es vielleicht klingt. Lies weiter, wenn Du mehr wissen möchtest.

Inhaltsverzeichnis

Wann bin ich selbstbestimmt?

Was bedeutet Selbstbestimmung überhaupt? Heißt selbstbestimmt leben, dass ich mir jeden Morgen aussuchen darf, welche Sorte Müsli ich möchte? Oder lebe ich erst dann selbstbestimmt, wenn auch noch Toast zur Wahl steht?

Zugegeben, ist das mit dem Toast und dem Müsli beim Thema Selbstbestimmung ein sehr einfaches Beispiel. Aber letztlich geht es im Großen um nichts Anderes als im Kleinen: Wie groß ist mein Entscheidungs- und Handlungsspielraum?

Es gibt noch viele Beispiele, bei denen wir um Selbstbestimmung im Alltag ringen müssen. Es beginnt damit, wie oft wir putzen. Denn was könnten denn Nachbarn und Schwiegermutter sagen, wenn unsere Bude nicht immer wie aus dem Ei gepellt ist? Mal ehrlich, wie viel Selbstbestimmung gestehst Du Dir zu beim Putzen?

Wie sieht es beim Job mit der Selbstbestimmung aus? Tun wir wirklich, was wir lieben oder haben wir einen Beruf ergriffen, weil unsere Eltern dies auch schon getan haben?

Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen. Letztlich kommt es beim Thema Selbstbestimmung auf mehrere Faktoren an, einer davon ist unsere eigene Einstellung.

Selbstbestimmt leben und unsere Sichtweise

Sind wir in einer Situation, mit der wir unzufrieden sind, haben wir immer zwei Möglichkeiten:

  1. Wir verlassen die Situation und leben mit all den dazugehörigen Konsequenzen.
  2. Wir entscheiden uns dafür, die Situation beizubehalten und nehmen sie mit allem was dazugehört an.

In beiden Fällen handeln wir selbstbestimmt, obwohl sich bei Variante 2 an den äußeren Umständen nichts geändert hat. Wo liegt also der Unterschied?

Der Unterschied liegt darin, dass ich meine Haltung geändert habe. Und zwar habe ich mich bewusst für oder gegen etwas entschieden. Ich habe also eine selbstbestimmte Entscheidung getroffen, die Situation entweder anzunehmen oder sie zu verlassen.

Letztlich kommt es immer darauf an, was mehr Schmerz verursacht: Bleiben oder verlassen? Egal wie wir uns entscheiden, es ist immer richtig. Wir müssen uns nur bewusst machen, dass wir diese Entscheidung selbst getroffen haben. In diesem Moment ist unser Leben selbstbestimmter.

Merke: Wir haben also immer eine Wahl, müssen aber mit den Konsequenzen leben.

Selbstbestimmt leben und der Alltag

Wie würdest Du auf die Frage reagieren, ob Du ein selbstbestimmtes Leben führst? Die meisten erwachsenen Menschen sind davon überzeugt, dass sie sehr selbstbestimmt leben und ihre Entscheidungen selbst fällen. Aber stimmt das wirklich?

Was oft übersehen wird ist, dass wir heutzutage zwar in der Regel das Gefühl haben, selbst zu entscheiden, in Wirklichkeit werden wir aber von vielen Faktoren beeinflusst, die den Grad unserer Selbstbestimmung empfindlich beschneiden können.

Wir werden ständig manipuliert und beeinflusst durch Medien und Werbung

Die Kommunikationsmethoden der Medien aber auch der Werbetreibenden werden immer subtiler und besser. Durch die ständige Nutzung (selbst auf das Klo darf das Handy oft mit) sind wir auch ständig empfänglich für Werbung.

Früher mussten die Menschen bewusst ins Kino gehen oder eine Zeitung kaufen um Medien zu konsumieren. Die Möglichkeiten der Beeinflussung durch Medien und Werbung waren also sehr stark eingeschränkt. Heute bezahlen wir mit dem Smartphone, kommunizieren mit unseren Freunden per Handy-App oder verwalten unsere Termine online. Wir sind also ständig den Medien und der Werbung ausgesetzt.

Auch wenn wir glauben, dass uns die Anzeige zwischen den E-Mails oder die reißerische Schlagzeile im Newsfeed nicht beeinflussen, so tun sie dies eben doch.

Wir können uns diesen Reizen nicht entziehen. Somit treffen wir Entscheidungen unter dem Einfluss der Medien. Je öfter wir uns diesen also aussetzen, umso mehr an Selbstbestimmung büßen wir ein.

Wir lassen uns ablenken und schieben Dinge  auf

Ablenkung ist ebenfalls ein Selbstbestimmungskiller. Und davon gibt es viele um uns herum.

Seien es ständig blinkende Benachrichtigungen, Handyspiele die weiter gespielt werden wollen oder eben auch andere Menschen, die unsere Aufmerksamkeit für ihre Belange fordern: Alles was uns ablenkt kostet uns Selbstbestimmung im Alltag.

Die Konsequenz daraus ist nämlich, dass wir im Moment der Ablenkung unsere eigenen Ziele aufschieben und hinten anstellen. Die Ablenkung, die wir zulassen kostet uns wertvolle Energie und lässt uns in diesem Moment absolut fremdbestimmt sein.

Wir müssen uns also bewusst sein, dass, wenn wir das Smartphone zur Hand nehmen um mal eben schnell eine Nachricht zu lesen, wir uns ablenken lassen von unseren eigentlichen Vorhaben.

Helfen kann es hier, wenn man sich selbst immer wieder die Frage stellt, ob das in diesem Moment unbedingt notwendig ist, oder ob es nicht sinnvoller ist, die Ablenkung auszublenden und sich zu einem späteren Zeitpunkt um Nachrichten oder andere To-Do’s zu kümmern.

Wir verzetteln uns, weil wir keine Prioritäten setzen

Auch verzetteln und fehlende Prioritäten beschneiden unsere Selbstbestimmung im Leben. Wir arbeiten dann alle möglichen belanglosen Dinge ab und verlieren den Blick für das, was uns eigentlich wichtig ist im Leben.

Es ist ganz einfach, seinen Tag mit eigentlich nur scheinbar wichtigen Dingen zu füllen und sich damit ständig zu verzetteln. Bei jedem To-Do, das wir angehen oder das den Weg auf unsere Aufgabenliste findet, sollten wir uns also fragen, ob das wirklich dazu beiträgt die eigenen Ziele zu erfüllen oder ob es schlichtweg unnötig ist.

Selbstbestimmt leben heißt also auch, Dinge, die überflüssig sind und den eigenen Zielen nicht dienen, so weit wie möglich zu eliminieren.

Wir lassen uns treiben vom Terminkalender oder dem Terminkalender der anderen

Wollen wir mehr Selbstbestimmung in unser Leben bringen, müssen wir uns auch damit beschäftigen, wie wir unsere Terminplanung angehen.

Die Kernfrage, die sich dabei stellt ist, ob wir unsere Termine planen oder ob unsere Termine uns planen.

Nehme ich alle Termine, die sich bieten unreflektiert an, oder wäge ich sorgfältig ab, ob der Termin mit meinen eigenen Bedürfnissen im Einklang steht?

Ruft beispielsweise die Freundin am Nachmittag an, ob Du Dich am Abend um ihre Kinder kümmern kannst, dann solltest Du gut überlegen, ob Du wirklich dazu bereit bist. Hattest Du andere Pläne, solltest Du Dir selbst auf jeden Fall die Möglichkeit einräumen, der Freundin abzusagen.

Natürlich ist es eine schöne Sache, wenn man füreinander einsteht und sich gegenseitig hilft, auch wenn es mal nicht so gut passt. Wir sollten aber nicht einfach aus Pflichtgefühl oder übertriebener Hilfsbereitschaft auf jeden Wunsch von anderen eingehen.

Wir sollten solche Entscheidungen selbstbestimmt treffen und genau abwägen, wie wir uns entscheiden. Neigen wir dazu vorschnell Dinge zuzusagen, dann können wir uns angewöhnen bei solchen Anfragen grundsätzlich um Bedenkzeit zu bitten.

Ausmisten im Kopf – 5 Leitsätze für mehr Selbstbestimmung

Oftmals ist demzufolge gar nicht der Entscheidungsspielraum das Problem wenn es um selbstbestimmt leben geht, sondern vielmehr die Tatsache, dass uns überhaupt keine andere Variante als die vorhandene einfällt, weil wir durch verschiedene Einflüsse Tag für Tag fremdbestimmt sind.

Wir treiben im Strudel des Alltags und versuchen überhaupt nicht dort hinauszukommen, weil wir unsere Bedürfnisse und Wünsche mit der Zeit mehr und mehr unterdrückt haben.

Schon als Kind wurde uns gesagt, wie wir uns zu verhalten hätten, was richtig und was falsch sei. Putzen wir dann als erwachsene Frau unsere Wohnung nur mal schnell oberflächlich weil es eben in diesem Moment so richtig scheint, hören wir vielleicht im Hinterkopf die mahnenden Stimmen von Mutter, Oma oder Tante, die uns zur Sorgfalt anhalten.

Vermutlich kaufen wir die meisten Dinge, weil Werbebotschaften uns dies suggerieren, anstatt uns zu fragen, welches Produkt wirklich das richtige für uns ist.

Vielleicht leben wir sogar ein Leben, weil „man“ das nun mal so macht. Wer sagt, dass ein Haus, ein fester Job  oder eine eigene Familie überhaupt das richtige für uns sind? Dass das alle anderen so machen, kann kein Grund sein, ein Leben zu führen, das eigentlich gar nicht zu uns passt.

Wenn wir selbstbestimmter Leben wollen, müssen wir erst einmal wieder lernen, uns selbst zuzuhören. Wir müssen lernen uns selbst und unseren Fähigkeiten zu vertrauen.

Wenn Du also mehr Selbstbestimmung in Dein Leben bringen möchtest, helfen Dir vielleicht die folgenden fünf Leitsätze dabei:

1. Ich erlaube mir meiner inneren Stimme zu vertrauen.

Unser Verstand denkt ständig, auch Dinge, die irrelevant oder unwahrscheinlich sind.

  • Was könnte bloß alles passieren?
  • Was habe ich nicht bedacht?
  • Was die anderen wohl meinen?
  • Wie soll das bloß funktionieren?

Wenn wir nur lange genug über etwas nachdenken, werden wir über kurz oder lang immer wieder auf Probleme und Ängste treffen, die eintreten KÖNNTEN. Wenn wir also zu sehr auf unseren Verstand hören, reagieren wir ängstlich und zögerlich. Wir lassen aus Angst Chancen am Wegesrand liegen.

Ein weiteres Problem mit unserem Verstand ist, das dieser nur bisherige Lösungen und Varianten kennt. Wollen wir Neues also allein mit unserem Verstand entwickeln, können wir das nur auf Basis von Vergangenem. Alle Wünsche, Bedürfnisse und Ziele, die wir aus dem Verstand heraus entwickeln, setzen sich aus den Erfahrungen der Vergangenheit zusammen. Unser Verstand ist kein Abenteurer, der Neues ausprobieren möchte.

Außerdem ist unser Verstand schnell im Bewerten und Urteilen. So kategorisiert er Ideen schon in möglich oder unmöglich, noch bevor sie sich überhaupt komplett entwickeln können.

Möchten wir also selbstbestimmter leben, dürfen wir uns erlauben, mehr auf unsere innere Stimme zu hören. Wir wissen im Grunde unseres Herzens ganz genau, was wir wollen und was für uns das  Beste ist. Oft kann der Verstand das allerdings gar nicht begreifen und blockiert uns.

Glaube also nicht immer alles was Du denkst und erlaube Dir öfter, Deiner inneren Stimme zu folgen.

2. Ich darf meinen Kopf ausschalten.

Wollen wir selbstbestimmt leben, müssen wir erforschen, wer wir eigentlich sind und was wir eigentlich wirklich wollen. Diese Frage vom Kopf her zu beantworten wird kaum gelingen.

Um Antworten zu finden, müssen wir öfter mal Pause machen und alle fünfe gerade sein lassen. Kopf aus Herz an. Denn wenn sich Gedanken immer wieder nur um eine Sache drehen, fahren wir uns fest und finden keine passenden Lösungen.

Nehmen wir uns gedanklich komplett aus der Situation heraus, haben wir die Chance, einen anderen Blickwinkel einzunehmen und herauszufinden was das Richtige ist für uns. Diese Frage kann man dann von der Gefühlsebene angehen.

Das bedeutet den Kopf auszuschalten und mich zu fragen,

Wie fühlt sich das, was ich möchte, eigentlich an?

Wenn ich mich also schon mal  auf der Gefühlsebene in den gewünschten Zustand hineinversetze, ergeben sich die nächsten Schritte hin zu mehr Selbstbestimmung meist ganz von alleine.

3. Ich vertraue mir.

Auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben werden wir viele zweifelnde Stimmen hören. Das sind zum einen Menschen aus unserem Umfeld, die unsere Handlungen und Entscheidungen nicht nachvollziehen können.

Der weitaus größte Zweifler sind jedoch wir selbst: Ich kann das nicht! Ich bin nicht gut genug! Bestimmt habe ich die falsche Entscheidung getroffen! Das klappt doch eh nicht! Unser innerer Kritiker wird immer wieder Probleme sehen. 

Dem können wir begegnen, indem wir selbst die Beobachterrolle einnehmen. Das bedeutet, bewusst wahrzunehmen, was wir denken und dann kritisch gegenzufragen: Bin ich davon wirklich überzeugt? Stimmt das? Sind meine Zweifel angebracht?

Anschließend können wir gegenhalten: Ich kann das, ich habe die Fähigkeit dazu.

Und dann, was ist mein nächster Schritt? Was bringt mich meinem Ziel ein Stückchen näher? Habe ich etwas übersehen, was mir auf meinem Weg helfen könnte? Wer könnte mir helfen?

Wichtig ist, sich von den eigenen Zweifeln nicht abschrecken zu lassen und sich und seinen eigenen Fähigkeiten zu vertrauen.

4. Ich lasse das Leben fließen.

Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen esoterisch, trifft es aber ziemlich gut. Denn oft blockieren wir unser Leben, wenn wir fremdbestimmt handeln.

Wenn wir immer beeinflusst von der Meinung und den Wünschen andere agieren, verlieren wir die Fähigkeit, zu spüren, was gut für uns ist und was nicht. Denn wir sind es ja gewohnt zu tun, was andere möchten.

Wenn wir mehr Selbstbestimmung in unser Leben bringen wollen, sollten wir beginnen genau zu beobachten, was um uns herum passiert. Denn nur so erkennen wir die Möglichkeiten und Chancen, die das Leben uns bietet. Egal, was andere sagen.

Schärfe ich meine Wahrnehmung für Dinge, die mir guttun, tun sich immer mehr davon auf. Das Leben wird selbstbestimmter und kommt in Fluss.

5. Ich  bin geduldig.

Auf dem Weg hin zu einem Leben, das zu uns passt, kommen ständig Angebote oder Menschen zu uns. Oft wollen diese uns einreden, wir würden mit ihrer Vorgehensweise oder mit ihrem Weg schneller zum Ziel kommen.

Häufig sind dies jedoch nur Umwege. Wir sollten jedes Angebot genau prüfen, ob es wirklich zu uns passt und ob es mit unserem eigenen Weg harmoniert. Können wir diese Frage aus dem Herzen nicht zu 100% mit „Ja“ beantworten, sollten wir ablehnen.

Denn in  vielen Fällen hilft einfach nur Geduld zu haben und selbstsicher auf dem eigenen Weg zu bleiben. Das geht unterm Strich schneller und macht vor allem mehr Spaß. 🙂

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Dieses Gedankenspiel machte Katrin von lib-elle

Katrin ist Gründerin von lib-elle und selbst immer im Spagat zwischen Arbeit, Familie und sich selbst. Ihre Blogbeiträge handeln davon, wie es gelingt, jedem Lebensbereich den nötigen Raum zu geben. Aus diesen Erkenntnissen heraus entstehen auch die lib-elle Aufgabenplaner, Werkzeuge und Tools, die hier über die lib-elle Downloadplattform erhältlich sind.