Ruheinseln im Alltag

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Unser Leben plätschert häufig an der Oberfläche. Viele Ablenkungen und alltägliche Routinen fesseln unsere Aufmerksamkeit und halten uns somit gleichsam gefangen. Was dabei verloren geht, ist der Kontakt zu unserem Inneren und unser Verständnis dafür, wer wir wirklich sind. In diesem Beitrag geht es darum, wie wir das oberflächliche Plätschern des Alltags ausschalten und für eine gewisse Zeit nur bei uns selbst sein können.

Unsere Welt ist schnell, oberflächlich und laut. Ständig buhlt irgendetwas oder irgendjemand um unsere Aufmerksamkeit. Geben wir uns dem unreflektiert hin, sind wir wie ein Pflänzchen im Wasser, das immer und immer wieder dem Sog der Wellen folgt.

Manchmal mag es das Richtige sein, wenn wir uns einfach vom Sog des Äußeren hin und her wiegen lassen. Wollen wir jedoch unseren eigenen Weg im Leben gehen, sollten wir zu einem kräftigen Baum heranwachsen.

Ein Baum trotzt den Stürmen des Lebens und steht fest und ruhig, während es um ihn herum toben und stürmen kann. Für mich hat ein kräftiger Baum eine gute Balance zwischen standhaft sein, Eigensinn und der Fähigkeit seine Blätter und Zweige mit dem Wind zu wiegen.

Doch wie wachsen wir vom Grashalm zum kräftigen Baum?

Was dem Grashalm im Gegensatz zum Baum fehlt, ist ein kräftiger, ruhiger und fest im Boden verankerter Baumstamm.

Ich behaupte, diesen Baumstamm gibt es in jedem von uns. Jedoch müssen wir manchmal erst danach suchen, um ihn in unserem Inneren spüren zu können.

Das laute Grundrauschen unseres heutigen Lebensstils hält uns manchmal gefangen, im Stadium des Grashalms. Lernen wir jedoch, die Ablenkungen von Zeit zu Zeit auszublenden und tief in uns selbst einzutauchen, schärfen wir die Wahrnehmung für den fest verwurzelten Stamm, der in uns ruht.

Eine Möglichkeit, tief in sich selbst einzutauchen ist die Meditation. Fehlt uns jedoch der Zugang dazu oder meinen wir keine Zeit dafür zu haben, können wir andere Wege finden, das Alltagsrauschen immer wieder auszuschalten und uns auf die Suche nach uns selbst zu machen.

Damit drängt sich die Frage auf, wie es funktionieren kann, das Getöse des Alltags abzuschalten.

Ein einfacher Weg ist, die eigene Aufmerksamkeit einfach auf etwas anderes zu richten. Genau das Gleiche tun wir ja nur umgekehrt, wenn wir uns dem Alltagsrauschen hingeben: Wir blenden alles andere aus und folgen wie mit Scheuklappen den Pflichten, Routinen und Zwängen.

Wir sehen weder die Schönheiten der Natur, spüren unseren Körper kaum und haben keinerlei Wahrnehmung für unsere Bedürfnisse und Wünsche.

Nutzen wir unsere Scheuklappen gedanklich also immer mal wieder entgegengesetzt, und blenden nicht uns selbst, sondern den Trubel um uns herum aus, können wir unseren Fokus ändern. Das kann sehr viel bewirken, selbst wenn es nur immer mal wieder für einen kurzen Moment oder wenige Minuten sein sollte.

Wir könnten innehalten und den Wind auf unserer Haut spüren. Wir könnten eine Tasse Tee zur  Gedankenreise in den Wald werden lassen, indem wir das Aroma ganz bewusst wahrnehmen. Oder wir lassen die morgendliche Dusche zu einer Mini-Wellnessoase werden.

Selbst in solch kurzen Momenten können wir einen Raum schaffen, um in uns selbst einzutauchen und uns zu spüren. Mit jedem Mal, wenn wir solch eine Gelegenheit schaffen und nutzen, wächst der Baumstamm in uns ein klein wenig weiter.

Jedes Mal wird er fester, größer und kräftiger, bis er irgendwann zu einem mächtigen Baum in uns herangewachsen ist, der ruhig und standhaft den Stürmen des Lebens trotzt.

Richten wir unseren Fokus also immer mal wieder auf die Schönheiten der Natur oder die Faszination des Alltäglichen, das uns umgibt. So schaffen wir Ruheinseln im Alltag, die uns Raum geben, tief in uns selbst einzutauchen und den Baum unseres Selbst wachsen zu lassen.

Dieses Gedankenspiel machte Katrin

„Meist laufen wir in unserem Leben auf ausgetretenen Pfaden. Wir haben das Bewusstsein für unsere eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Träume verloren. Ich möchte Menschen inspirieren, ihren Alltag so zu gestalten, dass Raum bleibt, sich selbst zu spüren. So zeigt sich Schritt für Schritt der eigene Weg und es wächst der Mut diesen zu beschreiten.“

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