Hausarrest 2.0 - Wie sieht das Erziehungsmittel heute aus?

10.03.2021 08:46

Minimann denkt nach über HausarrestHausarrest ist ein Erziehungsmittel, welches in den 50er und 60er Jahren sehr beliebt war. Viele Erwachsene kennen das ebenfalls aus der Kindheit. Hausarrest als Strafe gilt heute als unzeitgemäß. Doch ist dieses Thema tatsächlich aus den Familien verschwunden?

Hausarrest aus rechtlicher Sicht

Rein rechtlich ist der Hausarrest nicht verboten. Eltern tragen die Fürsorgepflicht für ihre Kinder. Im Rahmen dieser Fürsorgepflicht kann es sogar notwendig sein, Kindern Ausgehverbot zu erteilen, wenn Eltern sie damit vor Gefahren schützen.

Kommen Kinder also zum Beispiel immer wieder viel zu spät nach Hause und sind daher am nächsten Tag in der Schule unausgeschlafen, schützt ein Ausgehverbot das Kindeswohl.

Wichtig ist bei jeder Erziehungsmaßnahme, dass die Würde des Kindes gewahrt bleibt. Was genau als entwürdigend gilt, dafür gibt es keine klaren Grenzen. Das ist auch sehr von der Situation abhängig.

Hausarrest aus Gewohnheit

Wenn wir an Hausarrest denken, haben wir häufig das Bild im Kopf, dass Kinder für längere Zeit in ihre Zimmer eingesperrt werden. So war das in den 60er Jahren. Aber das macht heute glücklicherweise niemand mehr.

Fakt ist aber, dass viele Erwachsene heutzutage genau das noch in ihrer Kindheit als Erziehungsmaßnahme erlebt haben. Sicher empfindet jeder, der das selbst erduldet hat als schlimm.

Aber Kinder lernen am Beispiel. Das heißt, was wir in unserer Kindheit erlebt haben, adaptieren wir sehr häufig unbewusst in unserem Erwachsenenleben. So kann es passieren, dass Menschen, die als Kind häufig Hausarrest hatten, diese Strafe als „normal“ empfinden. Es wird als adäquates Mittel angesehen ohne darüber nachzudenken und vor allem ohne dem Kind bewusst Schaden zufügen zu wollen.

Hausarrest durch Überforderung

Ein anderer Punkt ist, dass Eltern oft überfordert sind. So wird leicht mal das zu spät Nachhausekommen damit geahndet, dass das Kind für ein paar Tage gar nicht mehr raus darf.

Dieses Vorgehen scheint in dem Moment sogar plausibel, da das Zuspätkommen und der Hausarrest inhaltlich im Zusammenhang stehen.

Ein anderer Fall ist, wenn Eltern ihr Kind für ein paar Stunden in ihr Zimmer schicken, weil es einfach nicht hören will oder aus irgendwelchen Gründen vor Wut ausgerastet ist.

Solche Situationen erleben bestimmt alle Eltern mal. Man ist in diesen Momenten sehr aufgebracht und kaum noch zu rationalen Reaktionen fähig. Also tut man, was einem als erstes in den Sinn kommt. Diese Art zu reagieren ist vor allem eines, nämlich menschlich.

Handyverbot = Hausarrest 2.0

Ein Punkt der im Grunde gar nicht mit dem Thema Hausarrest in Verbindung gebracht wird, ist das Thema Handyverbot. Hausarrest ist in vielen Familien heutzutage kein Thema mehr, da die Kinder sowieso seltener rausgehen.

Handyverbot ist dagegen gängiger. Doch im Grunde ist doch Handyverbot der Hausarrest des digitalen Zeitalters.

Mit Hausarrest als Strafe entzieht man Kindern in erster Linie soziale Kontakte. Das tut man mit Handyverbot ebenfalls, da Kinder und Jugendliche heutzutage viele soziale Kontakte über die digitalen Medien pflegen.

Einem Kind das Handy zu entziehen, trennt es häufig auch von seinen Freunden und Klassenkameraden.

„Aber wie gehen wir nun mit Maßnahmen wie Hausarrest oder Handyverbot um?“

Es gibt auf diese Frage keine einfache Antwort, da es immer von der Situation und vom Kind abhängt. Natürlich kann es in bestimmten Fällen sinnvoll sein, seinem Kind zu verbieten nach draußen zu gehen.

Genauso gibt es Situationen, in denen der Entzug digitaler Medien eine notwendige Konsequenz sein kann.

Wir sollten allerdings mit solchen Maßnahmen sehr bewusst umgehen und uns darüber im Klaren sein, was das für unser Kind bedeutet. Strafen sind immer eine Form von Gewalt, weil wir als Eltern damit Macht über unsere Kinder ausüben und uns somit über sie erheben.

Auf der anderen Seite sollten wir aber auch nicht zu streng mit uns sein. Wir sind alle Menschen und somit handeln wir auch menschlich. Kinder tragen nicht immer gleich einen bleibenden Schaden davon, wenn wir mal einen Fehler machen. Wenn wir uns grundsätzlich mit Respekt begegnen, können wir uns gegenseitig vieles nachsehen.

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Katrin JachmannDieses Gedankenspiel machte Katrin von lib-elle

Katrin ist Gründerin von lib-elle und selbst immer im Spagat zwischen Arbeit, Familie und sich selbst. Ihre Blogbeiträge handeln davon, wie es gelingt, jedem Lebensbereich den nötigen Raum zu geben. Aus diesen Erkenntnissen heraus entstehen auch die lib-elle Aufgabenplaner, die hier im Shop erhältlich sind.


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