7 einfache Schritte, die Dein Leben verändern können

15.01.2020 11:00

7 einfach Schritte, die Dein Leben verändern könnenDies ist ein Gastbeitrag von Nicole Wendland (Yoga- und Meditationslehrerin sowie Mindshift-Coach)

Du bist im Stress und jemand sagt dir: „Du musst einfach mehr für dich machen!“ Wenn das so einfach wäre! Ich erzähle dir nun ein Beispiel aus meiner Praxis. Anschließend erfährst du, warum Veränderungen so schwer sind und wie du es dennoch schaffen kannst:

Mona hat die Nase voll

Im wahrsten Sinne des Wortes hatte Mona die Nase voll. Mit einer dicken Erkältung saß sie im Sprechzimmer des Arztes. Sie fühlte sich hundeelend, aber krankschreiben ging auf gar keinen Fall. Der Arzt verschrieb ihr ein paar Medikamente und das war es.

Wackelig auf den Beinen ging Mona anschließend zum Auto. Noch 90 Minuten bis die Kinder nach Hause kamen. Heute würde es etwas aus der Dose geben. Mit zwei Dosen Ravioli stand sie an der Kasse. Sie schämte sich!

Zuhause angekommen, hatte sie nur noch 45 Minuten, um ein wenig zu schlafen. Das Wäscheaufhängen hatte doch länger gedauert. Mona stiegen die Tränen in die Augen, als es an der Tür klingelte. „Ich kann nicht mehr!“ dachte sie, als sie zur Tür schlurfte, um den Kindern zu öffnen. „Dabei ist es doch bloß eine Erkältung. Schon die dritte in diesem Winter“, dachte sie. Mona ging auf dem Zahnfleisch, als am Abend ihr Mann heimkam. „Und wie war’s?“, fragte er. „Habt ihr einen schönen Nachmittag gehabt?“ Mona sparte sich die Antwort und signalisierte ihrem Mann, dass sie müde sei und ins Bett gehen wolle.

Am nächsten Tag ging es Mona ein bisschen besser und sie traf sich mit ihrer Freundin Susanne. Susannes Kinder waren fast erwachsen und Mona beneidete sie um ihre Freiheit. Mona klagte Susanne ihr Leid: „Das ist jetzt schon die dritte Erkältung diesen Winter. Deswegen kann ich mich doch nicht krankschreiben lassen. Ohne mich funktioniert im Büro gar nichts. Mit dem Projekt kennt sich kein anderer aus. Wenn ich nach Hause komme, muss ich mich auch um alles kümmern. Kai kommt meistens erst nach 19 Uhr nach Hause. Ich könnte ins Krankenhaus geliefert werden und er würde nicht kommen können, weil er ja so wichtig ist. Nur weil er mehr Geld verdient als ich, ist seine Arbeit natürlich auch wichtiger als ich.“ Mona redete sich in Rage. Susanne hörte ihr geduldig zu. Als Mona fertig war, entstand eine längere Pause. Mona schaute sie fragend an und meinte: „Du hast es gut. Du kannst dir deine Freiheit nehmen. Die Kinder sind groß und dein Mann kommt auch mal eher nach Hause!“ Das klang schon fast vorwurfsvoll und Mona wurde sich dessen bewusst. „Stimmt doch, oder?“

Susanne schaute sie schweigend an und meinte dann: „Ja, das stimmt, aber das war nicht immer so.“ Sie seufzte: „Mona, du solltest dringend etwas ändern. Schau dich mal im Spiegel an, du siehst total abgekämpft aus. Wenn du so weiter machst, gehst du vor die Hunde und wirst richtig krank. Willst du das?“ Mona lachte verächtlich: „Glaubst du die Kinder nehmen Rücksicht auf mich? Glaubst du Kai kommt nur eine Minute früher, weil ich mehr Zeit für mich brauche?“ Susanne schaute sie ernst an: „ Weißt du was, Mona? Du bist die einzige, die etwas ändern kann. Wenn du nichts änderst, kannst du lange warten! Es ist dein Leben und du bist nicht nur für die Kinder verantwortlich, du bist auch für dich selbst verantwortlich. Mach‘ dir klar, was du ändern willst und dann ändere was!“ „Wenn das so einfach wäre, hätte ich es längst getan!“, erwiderte Mona. „Wie soll ich denn was ändern?“ 

Verlassen wir nun die Geschichte von Mona und Susanne. Diese und ähnliche Beispiele begegnen mir in meiner Arbeit immer wieder. Frauen, die alle anderen an erste Stelle stellen und sich ganz weit nach hinten. Monas Frage ist durchaus berechtigt. Du möchtest auch etwas verändern, vielleicht schon lange und du fragst dich, wie soll das gehen? Wie soll ich denn in meinem Leben was verändern?!

Warum ist es so schwer etwas zu verändern?

Das kennst du bestimmt auch, du nimmst dir etwas vor, z.B. mehr Sport zu machen und dann verschiebst du das Projekt erstmal. Vielleicht bist du gerade nicht fit genug, hast keine Zeit oder Ähnliches.

Anderes Szenario: Du hast dich endlich angemeldet und gehst begeistert zum Sport. Du stellst fest: Es macht Spaß. Beim nächsten Mal gehst du wieder hin, beim dritten oder spätestens beim vierten Mal lässt die Motivation schon merklich nach. Irgendwann gehst du nicht, weil dein Arbeitstag so anstrengend war, weil es draußen so stürmisch ist oder weil du einfach mal auf dem Sofa liegen willst. Kurz: Das Projekt Sport ist mal wieder gescheitert.

Unser Gehirn – eine Diva

Warum ist das so? Das liegt an deinem Gehirn. Unser Gehirn ist wie eine Diva und sie mag Routinen und Rituale. Davon lässt sie nur sehr schwer los. Wenn überhaupt muss es ihr schon sehr schlecht gehen oder es gibt Aussicht auf Belohnung. Der NEUE Sportkurs ist wie eine Belohnung. Das findet sie aufregend und ist begeistert. Sobald das Neue jedoch weg ist, wird der Sportkurs langweilig. Die Diva in dir fängt an zu maulen: „Bleib hier! Lass uns doch mal so richtig abhängen. Außerdem ist es kalt draußen.“ Dein Gehirn will wieder zurück zur alten Routine. Es sehnt sich nach dem „träge-auf-dem-Sofa-lieg-Programm“. Da können noch so viele Experten der Meinung sein: „Sport macht Spaß und hält fit.“ Das ist deinem Gehirn sowas von egal. Schlussendlich setzt sich dein Gehirn durch. Es tarnt sich übrigens durch den Schweinehund, damit du nicht auf die Idee kommst, dass es dein Gehirn ist, das da so rigoros ist.

Routine spart Energie

Und warum liebt unser Gehirn Routinen? Weil es dann weniger Energie verbraucht. Stelle dir vor, es gäbe keine Routinen und du müsstest den morgendlichen Ablauf jeden Tag aufs Neue durchdenken und organisieren. Der Mensch als Spezies hätte sich gar nicht so entwickeln können, weil jeder Ablauf ungeheuer viel Energie gekostet hätte. Nur durch unsere routinierten Abläufe wird Energie frei für neue Herausforderungen. Auch bei der Arbeit ist Routine ungeheuer wichtig, so bleibt noch genügend Energie für die herausfordernden Arbeiten. Deshalb drängt dich dein Gehirn in bekannte und routinierte Abläufe. Wenn du deinen Alltag überdenkst, wirst du feststellen können, dass es viele Abläufe gibt, die immer wieder gleich sind. Und das ist gut so.

Was kannst du tun, um etwas zu verändern?

Du willst also etwas in deinem Leben verändern. Nun weißt du schon, dass dein Gehirn Routinen liebt. Menschen verändern meistens etwas, wenn sie unter einem großen Leidensdruck stehen: Krankheit, Schmerzen, unglückliche Beziehungen. Ein zweiter, viel schönerer Grund für Veränderungen sind große Ziele. Achtung aufgepasst: Große Ziele für die du dich begeistert. Diese Form der Veränderung ist also von Begeisterung getragen.

Wie kannst du nun vorgehen? In meiner Praxis erlebe ich es oft, dass Frauen wissen, was sie nicht wollen. Wenn ich sie jedoch danach frage: „ Wie soll dein Leben nach der Veränderung aussehen? Was möchtest du vom Leben, dann herrscht häufig Ratlosigkeit. Schauen wir uns den Weg in die Veränderung am Beispiel von Mona an:

7 Schritte in die Veränderung

1. Mache dir klar, was genau du verändern willst.

Beispiel Mona: Sie braucht mehr Zeit für sich und möchte sich nicht für alles verantwortlich fühlen.

2. Wie willst du dich durch die Veränderung fühlen?

Beispiel Mona: Sie möchte sich wieder leichter und freier in ihren Entscheidungen fühlen.

3. Setze dir einen Zeitrahmen!

Beispiel Mona: Sie nimmt sich vor, noch in dieser Woche mit ihrem Mann zu sprechen. Sie hat sich überlegt, dass sie einen festen freien Nachmittag braucht. Ein Nachmittag, auf den sie sich freuen kann. Damit sie auch wirklich dabei bleibt, wird sie an diesem Nachmittag einen Meditationskurs besuchen. Vorher und nachher hat sich noch dann noch Zeit, die ungeplant ist. In dieser Zeit kann sie sich mit Freundinnen treffen oder alleine etwas unternehmen. Nachdem sie mit ihrem Mann gesprochen hat, wird sie den Kurs buchen und sich um die Organisation mit den Kindern kümmern. In zwei Wochen soll alles in „trockenen Tüchern“ sein.

4. Du brauchst für die Veränderung Zeit und Energie. Plane dies ein!

Beispiel Mona: Ihr wird nun ein Nachmittag fehlen. Mona hat für ihre Tochter Nina ein älteres Mädchen aus der Nachbarschaft organisiert. Diese macht mit ihr Hausaufgaben und lernt mit ihr. Falls Nina sich verabreden will, ist das ältere Mädchen da. Ihr Mann wird an dem Nachmittag eine Stunde früher kommen und sich um das Abendessen kümmern.

5. Belohne dich (und dein Gehirn). Stelle dir selbst etwas Schönes in Aussicht.

Beispiel Mona: Eigentlich hat Mona das Gefühl, sie brauche keine Belohnung. Der freie Nachmittag sei schon Belohnung genug. Allerdings muss sie bis dahin noch einige Hürden überwinden: Mit ihrem Mann darüber zu sprechen, fällt ihr nicht leicht. Immer noch beschleicht sie das Gefühl, egoistisch zu sein. Damit sie ihren freien Nachmittag auch wirklich durchzieht, stellt sie sich doch eine Belohnung in Aussicht. Wenn sie innerhalb von zwei Wochen alles organisiert hat, wird sie sich endlich das neue Kleid gönnen.

6. Führe dir dein Ziel täglich vor Augen und fühle in dich hinein. Fühle jetzt schon, wie du dich dann fühlen wirst.

Beispiel Mona: Während Mona von ihrem Vorhaben erzählt fühlt sie das Gefühl von Freiheit und die Freude darauf. Es ist schon so lange her, dass sie mehrere Stunden nur für sich hatte. Zeit für die sie sich nicht rechtfertigen muss. Außerdem freut sich Mona über die Tatsache, dass sie selbst diese Veränderung einleiten wird. Ich ermuntere Mona, sich täglich in dieses Gefühl der Vorfreude zu begeben.

7. Desto größer die Veränderung sein wird, desto mehr darfst du ihr auch Raum geben. Im Stress und bei Zeitdruck wirst du nur schwer etwas verändern können!

Beispiel Mona: Mona plant für die kommende Woche einen Abend an dem sie mit ihrem Mann sprechen wird. Sie informiert ihn schon vorher, dass sie mal Zeit brauche, um verschiedene Dinge mit ihm zu besprechen. Außerdem plant sie Zeit ein, um mit der Mutter des älteren Mädchens zu sprechen. Zudem überlegt sie noch Alternativen, wenn das Mädchen mal nicht kann.

Mona hat ihren Plan durchgezogen. Im Meditationskurs hat sie außerdem gelernt, sich schnell in einen entspannten Zustand zu versetzen. Die Meditation hilft ihr, wieder klarer zu sehen. Die erfolgreiche Durchführung ihrer Veränderung hat Mona mit Stolz erfüllt und sie fühlt sich ermutigt noch mehr Veränderungen durchzuführen:

Sie bezieht die Kinder mehr in die Hausarbeit mit ein. An ihrem Arbeitsplatz spricht Mona mit ihrem Vorgesetzten und bittet um Entlastung. Viel kann er für sie zwar nicht tun, aber sie soll eine Kollegin einweisen, die einspringen kann, wenn sie mal krank ist. Das ist für Mona schon eine große Erleichterung.

Und jetzt bist du dran: Was willst du verändern? Wonach sehnst du dich? Mache dir das zunächst bewusst und starte dann mit den sieben Schritten. Viel Erfolg dabei!


Diese Gedanken machte sich Nicole Wendland als Gastautorin für lib-elle

Nicole WendlandNicole Wendland ist Lehrerin, Yoga- und Meditationslehrerin sowie Mindshift-Coach. Als Coach arbeitet sie erfolgreich mit Menschen zusammen, die etwas in ihrem Leben verändern wollen. Sie ist Autorin des Buches „Happy Meditation – Aktiviere dein Potential und nutze die Kraft der Meditation für ein erfülltes Leben voller Freude“. Außerdem ist sie Autorin verschiedener Zeitschriftenbeiträge. Ihre Stärke liegt darin, Wege aufzuzeigen, welche ihre Klienten mit Leichtigkeit und Freude gehen können – getreu ihrer Maxime „It will make you smile!“

Weitere Informationen und Gratis-Angebote unter: www.nicolewendland.de


lib-elle bittet jeden Monat Experten als Gastoutoren ihre Gedanken zu einem bestimmten Thema zu äußern. Nicole schrieb zu unserem Monatsthema im Januar "Gute Vorsätze? Wie Veränderung wirklich gelingt!". Wenn Du auch mal einen Gastbeitrag für uns verfassen möchtest, freuen wir uns, wenn Du Dich bei uns meldest.


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